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Warum atmungsaktiv?

Jeder kennt es, jeder will es und jeder hat seine persönliche Vorstellung davon warum atmungsaktive Kleidung sinnvoll ist, was sie kann und für was sie gut ist. Vor allem im Outdoor-Bereich scheint es der Heilige Gral zu sein. Kaum ein Sport-Kleidungsstück, von der Unterwäsche über  Hemden bis hin zur Mütze, kommt heute mehr ohne Atmungsaktivität oder ähnliche Eigenschaften ins Regal. Was es genau damit auf sich hat, warum und wann sie sinnvoll ist und wie so ein Kleidungsstück funktioniert versuchen wir hier nun etwas genauer zu beleuchten.

Bei Sport und körperlicher Anstrengung  schwitzen wir!

Fangen wir an uns zu bewegen, erzeugen Menschen Energie. Energie die durch die Muskeln in Bewegung umgesetzt wird, den Blutkreislauf beschleunigt und die Sauerstoffaufnahme ankurbelt. Dabei entstehen nur rund 20% mechanische Energie. Der Rest wird überwiegend als Wärme abgegeben. Diese Wärme muss der Körper natürlich loswerden. Das funktioniert am effektivsten durch Schwitzen. Rund zwei bis drei Millionen Schweißdrüsen, von denen wir besonders viele an Hand- und Fußflächen, in den Achselhöhlen, am Nacken, sowie an Kopf und Stirn haben, nehmen dann Ihre Arbeit auf und – schwitzen. Ein durchschnittlicher Mensch produziert bei normaler Belastung zwischen 200 und 700 ml Schweiss am Tag. Bei hohen Temperaturen und extremer Anstrengung können Mengen von bis zu 1,5 Liter je Stunde entstehen.

Dieser Schweiss muss weg. Denn er kann – bleibt er in der Schicht zwischen Haut und Kleidung – einen Hitzestau begünstigen, oder, bei sinkenden Temperaturen, unangenehm auskühlen und dem Körper wichtige Körperwärme entziehen.  Vom Wohlfühlfaktor eines nassen, kalten Kleidungsstücks auf der Haut ganz abgesehen.

Daher sollte Bekleidung, vor allem wenn Sie bei Sport oder körperlichen Aktivitäten getragen wird, in der Lage sein, Feuchtigkeit von der Haut weg zu transportieren. Bei der Rede von der Atmungsaktivität eines Kleidungsstücks,ist damit also eigentlich dessen Wasserdampfdurchlässigkeit gemeint. Diese Durchlässigkeit wird in Gramm Wasserdampf pro Quadratmeter gemessen die eine Oberfläche in 24 Stunden passiert. Atmungsaktivität 4.000 bedeutet also das innerhalb eines Tages 4.000g (4 Liter) Wasserdampf über einen Quadratmeter entweichen.

Dennoch muss zwischen zwei grundlegenden Arten der Wasserdampfdurchlässigkeit unterschieden werden:

  1. Wasserdichte Materialien die Schweiß entweichen lassen
  2. Nicht wetterfeste Materialien, die einen Feuchtigkeitstransport aufweisen

Bei Kleidung der zweiten Kategorie spricht man von Feuchtigkeitsmanagement. Dies soll dazu dienen und ermöglichen die Feuchtigkeit weg vom Körper zu transportieren. Nützlich ist das z.B. bei Funktionsunterwäsche, Hemden, Socken und ähnlichem was unter der äußersten Schutzschicht getragen wird.

Die Membran

Hardshell- oder Regenjackenbesitzen meist eine technische Membran. Diese soll Wind und Wetter sicher abhalten und gleichzeitig für optimale Atmungsaktivität sorgt. Das kann über zwei verschiedene Konstruktionsweisen erreicht werden: mikroporöse Membrane und geschlossene Zellmembrane.

Warum atmungsaktivMikroporöse Membrane sind mit mikroskopisch kleinen Löchern überzogen die gerade groß genug sind, Wasserdampfmoleküle entweichen zu lassen. Für normales Wasser sind die Löcher allerdings zu klein, das Kleidungsstück ist also absolut wasserdicht.

Warum atmungsaktivGeschlossene Zellmembrane zeichnen sich dadurch aus, das sich die Feuchtigkeit zunächst auf der Innenseite der Jacke ansammelt, die Membran leicht anquillt und dann die Wasserdampfmoleküle schließlich nach außen transportiert werden können. Diese Technik gilt zwar als deutlich robuster, aber sie funktionieren nur mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung.